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Allgemein

Ich in drei Worten...

Leise  Unangepasst  Vampiresse

Das macht mich aus...

Manchmal High Carb, manchmal Low Carb, manchmal irgendwas dazwischen. Ich mag diese kleinen Kehrtwenden im Leben. Und nie irgendwie ein bisschen geradlinig? Doch, das kommt auch vor, wenn es sich zum Beispiel dreht um Kartoffelsalat. Den mache ich immer mit Rucola-Pesto, nie mit Mayonnaise. Und so weiter.

"Noch so jung und schon so viele eigene Gründe. Das fällt auf."

(Andi l'Ambivalent)


Heute ...

... bin ich mal wieder das eine und das andere. Einerseits: Ich bin interessiert. Ich sehe viele interessante Sachen. Interessant, das bedeutet jetzt vor allem zweierlei, entweder: Oh, das ist schön. Oder: Oh, das ist schräg. (Das Schräge ist nie das Gegenteil des Schönen, aber es reicht nie an das Schöne heran. Das Gegenteil des Schönen ist etwas anderes, das Abstoßende. Das, was ich das Abstoßende nenne, ist aber auch irgendwie interessant. Es hat immer einen Zeichencharakter. Es verweist vor allem auf menschliche Sichtweisen. Aber es ist nicht das, was mich heute interessiert. Das Schöne ist zunächst nicht unbedingt eindrücklicher als das Unschöne, aber man kann das Schöne herausheben, und das will ich machen. Außerdem, auch schön: ich war hier noch nie verwickelt in Streitereien. Manchmal sind Streitereien nötig, aber hier bin ich nicht, um zu streiten.) Andererseits: Ich kann nicht allen gleich schnell antworten. Das hat ganz viel damit zu tun, dass ich oft abgelenkt werde. Und so weiter.

En plus, pas des mecs répugnants, pas de virilisme, pas de gravité ridicule, bref, pas de black metal.

https://www.youtube.com/watch?v=fBPPFRgXfgk

In der reinen Natur gibt es das: das eigenwertig Schöne, weil schon sinnlich vollständig fassbar. In den Sphären zwischen Menschen gibt es das nicht. Dort ist das Schöne gebunden an Absichten, Haltungen, Distanzierungen.

https://www.youtube.com/watch?v=cJj9uBv0qbI
https://www.youtube.com/watch?v=Drn7bLP9EBk

Ich suche...

Mich hier nur mal umsehen wollen - das wäre untertrieben. Mich einfach nur ausstellen wollen und darauf hoffen, schnellstmöglich abgeholt zu werden - das wäre übertrieben.

Das war der Anfang. Inzwischen sind die Sachen avancierter geworden: Freundschaft, Brieffreundschaft, Heirat, wie schon da oben zu lesen ist. Wenn ich ans Heiraten denke, dann denke ich an eine romantische Lust am Ritual, an eine metaphysische Ausschweifung, an einen Akt der symbolischen Unüberbietbarkeit eines Zusammenseins, frei von selbstgemachten Beschwernissen und Beschränkungen, immun gegen Erwartungen von außen. Es muss nicht heute sein, auch nicht morgen, später, vielleicht.

Charakter

Was bringt dich zum Lachen?

Montagsdemos und andere Realsatire. Obwohl das, was diese Leute da machen, gar nicht immer nur lustig ist.

Passend dazu: "Ein Deutscher ist ein Mensch, der keine Lüge aussprechen kann, ohne sie selbst zu glauben." Das hat Adorno gesagt. Schon irgendwie beunruhigend.

Auch hierüber lässt sich schmunzeln: "Veganerin sucht Gleichgesinnte." Karl Kraus hätte das nicht kürzer sagen können. Andererseits sollte man erwähnen, dass nicht alle Veganerinnen sich so schnell beschreiben lassen.

Oder: "Wenn du einen Baum anschaust und seine Stille wahrnimmst, wirst du selber still. Du verbindest dich auf einer sehr tiefen Ebene mit ihm. Du fühlst dich eins mit dem, was du in der Stille und durch die Stille wahrnimmst. Dieses Gefühl des Einsseins mit allen Dingen ist wahre Liebe."

(Eckhart T., Subjekttheoretiker, Liebestheoretiker, Helfer für Millionen)

Oder: "Willst du wahrhaft glücklich sein, gehe einfach am Unglück vorüber." (Tendzin Gyatsho, 14. Dalai Lama)

Oder meint er das ernst? Ich traue es ihm irgendwie zu.

Es kann aber auch vorkommen, dass ich schon deshalb lache, weil mir etwas Schönes widerfährt - mit oder ohne Beteiligung von Menschen. Und wenn Menschen beteiligt sind, dann verweist das auf die immer wieder erstaunliche Verschiedenheit unter den Menschen. Ich werde mich niemals ganz an sie gewöhnen können.

Sobald Menschen aber Kinder sind, sieht die Sache grundlegend anders aus: Spielende Kinder. Lachende Kinder. Lesende Kinder. Staunende und philosophierende Kinder. Genüsslich essende Kinder. Glückliche Kinder. Solche Menschen sind durchweg lustig und erfreulich. Und allen anderen Kindern muss noch mehr geholfen werden.

Noch mal zurück zu diesen Montagsdemos, diesen Ansammlungen von Wichtigtuern, die sich als Friedensfreunde und Gesellschaftskritiker ausgeben, dieser von Berlin ausgegangenen Geistesarmut. Das ist ja im Grunde längst Vergangenheit. Ich weiß gar nicht genau, seit wann. Jedenfalls, ich sollte demgemäß demnächst mal was ändern, da oben, wo die Rede ist von Realsatire.

Und jetzt - gegenläufig zu L.M., K.J., J.E., A.P., P.B., M.C. und anderen Volkstribunen - etwas aus einer Erzählung von Boris Vian. Man befindet sich in einer brennenden Wohnung. Man ist besorgt. Daraufhin ein Telefonat:

"'Hallo?' - 'Hallo?' - 'Es brennt bei mir.' - 'Welche Adresse?' Ich nannte den Längen- und den Breitengrad und die Meereshöhe der Wohnung. 'Sehr gut, ich verbinde Sie mit Ihrer Feuerwehr.' - 'Danke.' Die Verbindung gelang zügig. Eine heitere Stimme rief mir zu: 'Hallo?' - 'Hallo? Ist da die Feuerwehr?' - 'Ein Feuerwehrmann.' - 'Es brennt bei mir.' - 'Sie haben Glück. Sollen wir einen Termin vereinbaren?' - 'Sie können nicht sofort kommen?' - 'Unmöglich. Wir sind im Moment überlastet. Es gibt überall Großbrände. Übermorgen, drei Uhr, das ist alles, was ich für Sie tun kann.' - 'Einverstanden. Danke. Bis übermorgen.' - 'Auf Wiedersehen. Lassen Sie Ihr Feuer nicht ausgehen.'"

Was bringt dich auf die Palme?

Ich bin überfordert. Ich kann das alles jetzt nicht aufsagen. Und womit anfangen? Man will ja nicht ungerecht sein.

Welche negativen/positiven Eigenschaften treffen auf dich zu?

Ich bin gegen dieses sogenannte Multitasking. Und manchmal kommt noch Faulheit hinzu, fast schon eine Art von Leblosigkeit. Aber im Grunde bin ich vielseitig interessiert.

"Man müszte wenigstens zweihundert Jahre alt werden", meint Friederike Mayröcker. Ich würde das gerne auch machen. Ich könnte mich dann leichter konzentrieren, und müsste nicht so viele halbe Sachen machen.

Vorlieben

Was machst du in deiner Freizeit?

Ja sagen zum Leben. Die Idee der Freiheit hochhalten. Ermüdet sein vom Leben. Allein sein. Apfelkuchen backen. Lesen. Dem Regen zuhören. Den Sternen zusehen. Eine Kerze leuchten lassen. Leise sein. Gedanken verfolgen und verfolgt werden von Gedanken. Liegen. Aufstehen und aufrecht gehen. Mich Menschen zuwenden, mehr oder weniger. Semiotische Erkundungen im sozialen Internet. Facebook vermeiden, ausnahmslos. Spaziergänge in der großen und gewaltigen und flirrenden Stadt, und das nicht nur bei Dunkelheit. Mich dort den Stimmen, den Stimmungen und den Möglichkeiten aussetzen, au lieu du downshifting dans la prédictibilité berlinoise. Und so weiter.

Ohne was gehst du nie aus dem Haus?

Bewaffnet bin ich immer.

Welche Musik hörst du gerne?

Erscheinung

La lune s'attristait. Des séraphins en pleurs
Rêvant, l'archet aux doigts, dans le calme des fleurs
Vaporeuses, tiraient de mourantes violes
De blancs sanglots glissant sur l'azur des corolles.
C'était le jour béni de ton premier baiser.
Ma songerie aimant à me martyriser
S'enivrait savamment du parfum de tristesse
Que même sans regret et sans déboire laisse
La cueillaison d'un rêve au cœur qui l'a cueilli.
J'errais donc, l'œil rivé sur le pavé vieilli
Quand avec du soleil aux cheveux, dans la rue
Et dans le soir, tu m'es en riant apparue
Et j'ai cru voir la fée au chapeau de clarté
Qui jadis sur mes beaux sommeils d'enfant gâté
Passait, laissant toujours de ses mains mal fermées
Neiger de blancs bouquets d'étoiles parfumées.

(Mallarmé)


https://www.youtube.com/watch?v=YSaNXpD49Qw

« C'est la première fois qu'on me dit ça. Je m'en souviendrai. »

http://www.youtube.com/watch?v=YgmzwgdiV_o

Mit fremder Hilfe: Vienne la nuit, sonne l'heure. Les jours s'en vont, je demeure.

https://www.youtube.com/watch?v=-Bgz4JBHs6U

https://www.youtube.com/watch?v=Lx3IY9UUAqo

Es sind nicht die Nächte, die ihre Magie machen. Wäre da nicht dieser menschliche Interpretationsdrang, diese imaginativen Überschreitungen des Natürlichen, dann wäre da nur eine Dunkelheit. Es wären missachtete Nächte.

https://www.youtube.com/watch?v=3SpG7C4vHZQ

L'attente, immense l'espace de la présence. Cette présence, la mienne, la tienne, on ne peut pas les isoler aussi simplement.

"Deutschlands intelligenteste Band", befand vor gar nicht langer Zeit die Süddeutsche Zeitung. Und D.v.L., der Kopf der Band, wie man sagt, sagte ein paar Jahre später der Frankfurter Rundschau: "Ich hasse Mackertum aller Art." Das finde ich nett. Das ist ein schöner Ansatz. Das Video dagegen: fast nur schrecklich, viele Bildfolgen, die mich nicht ansprechen, vollkommen langweilig. Ob die Frankfurter Rundschau besser ist als die Süddeutsche Zeitung, das weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass die Süddeutsche Zeitung weit davon entfernt ist, die intelligenteste Zeitung Deutschlands zu sein. Und die eigentliche Musik in diesem Fall, also das, was übrig bleibt, wenn man die Bilder, das Sichtbare abzieht? Nicht schlecht. "Nicht schlecht" bedeutet vor allem: nicht so angestrengt, nicht so hölzern, nicht so weinerlich wie manch andere, die man hierzulande ebenfalls zu den Tiefgründigen zählt.

https://www.youtube.com/watch?v=RwIdp3-RyK4

"Wenn man das Unvergessliche erlebt hat, dann schließt man sich entweder damit ein, um es zu betrauern, oder man fängt an umherzuirren, um es wiederzufinden; so wird man zum Gespenst des Ereignisses."

(Maurice Blanchot, Im gewollten Augenblick)

https://www.youtube.com/watch?v=-uJ61jgFCMM

https://www.youtube.com/watch?v=d0TZZZcC9l4

https://www.youtube.com/watch?v=hnpILIIo9ek

"I am human and I need to be loved, just like everybody else does."

Ich würde niemals einen Satz mit "Ich" beginnen und dann so etwas folgen lassen. Die beiden Generalisierungen, eine zu Beginn und eine zum Ende hin, wären unhaltbar.

https://www.youtube.com/watch?v=yJwLEFZ2o-M

Eine Konstellation, die klarer nicht sein könnte:

Un passé, une personne, une apparition. Unerwartet und erhofft. Unerschöpflich.

Was war das? Was ist das? Es ist das, was es war:

Le pressentiment d'une vie à venir, de l'immensité de ce qu'il serait possible de voir, d'entendre, de sentir.

Was ist dein Lieblingsfilm, -Sendung, -Buch?

Die Geschichte von Marie und Julien (Jacques Rivette)
Les Vagues (Virginia Woolf)
Nadja (André Breton)
Ligeia (Edgar Allan Poe)
Epiphanien, abgeblendet (Undine Gruenter)

Und so weiter.

Die beste Filmmusik, die ich kenne:

https://www.youtube.com/watch?v=1pmZdFYrMxg

(Deux regards et les conséquences)


Vertigineux

Vous referez mon nom et mon image
De mille corps emportés par le jour,
Vive unité sans nom et sans visage,
Cœur de l'esprit, ô centre du mirage
Très haut amour.

(Catherine Pozzi)

Oder Emily Dickinson und ihre Gedichte. Die habe ich auch sehr gern.

Diskurswechsel:

Philosophie des Körpers (Michela Marzano)

Nach meiner Meinung ein interessantes Buch für alle Menschen, die sich für Menschen interessieren. Aber auch ein gutes Buch über Rohkost und ähnliche Sachen - wenn auch nicht über Tierethik. Ethik und Rohkost - das sind ja zunächst zwei unterschiedliche Programme: Pflege von revisionsoffen verfassten Geltungsansprüchen das eine, ein Aufblühen durch ein Absolutheitsdenken das andere. Der Gewinn: Ich habe sehr viel gelernt über Körperbilder, Körpereinschreibungen, Körperregime sowie über ein reduziertes Denken des Leibes zugunsten einer verstärkten Instrumentalisierung des Körpers - obwohl das Wort "Rohkost" in dem Buch nicht ein einziges Mal vorkommt.

"Il est plus facile d'élever un temple que d'y faire descendre l'objet du culte." (Samuel Beckett, L'Innommable)

Philosophie

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