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P3

  • 37
  • Male
  • Münster / Paris, Germany

Info

Diet
Almost Vegan
City
Münster / Paris
Country
Germany
Smoking
Non-Smoker
Religion
Atheist
Children
No
Body Type
Thin
Height
5'11"(180cm)
Hair Color
Medium Brown
Eye Color
Brown
Member since
11/05/11
Last Update
03/20/18
Last Login
In the last week

General

These words describe me best...

Angebot  und  Nachfrage

That's me...

Ich will mich nicht anpreisen. Das sähe aus wie Marketing. Wo bliebe da das Menschliche?

I'm looking for...

... was Menschliches, oder so ähnlich.

Nein, das ist, verglichen mit der ganzen Wahrheit, ziemlich unwahr. Das Menschliche ist nur nötig und darf nur der Anfang sein. Wenn man ganz großes Glück hat, dann kommt noch etwas ganz Großes dazu.

Character

What makes you laugh?

Ein Großteil der menschlichen Bandbreite. Am liebsten lache ich über Lustiges, aber ein bisschen häufiger über Lächerliches. Oft muss ich ein Depressivum verwenden, um mich nicht totzulachen.

What drives you mad?

Dass Paris nicht am Mittelmeer liegt. (Aber nicht jeden Tag.)

What are your negative and positive features?

Ich rede lieber von meinen Vorlieben. Ein Ausschnitt:

Alkohol oder kein Alkohol? Ich bin gerne niemals nur nüchtern, und manchmal ist auch etwas Alkohol im Spiel. Die Mehrdeutigkeit des Wortes »Alkohol« kann ich nicht abschaffen. +++ Bier oder Bionade? Ich habe beides probiert. Ich habe für beides keine Verwendung. Nicht als Getränk und nicht als Gestus. +++ Kaffee oder Tee? Kräuter- und Früchtetee, warm und kalt. +++ Blumenwiese oder Schnittblumen? Blumenwiese. +++ Rustikalität oder Dunkelrot? Dunkelrot. +++ Oberflächen: Pfirsich oder Leinen oder Schiefer? Alles. +++ Rohe Chinakohlblätter zum Frühstück oder Hefeschmelz-Pizza am Abend? Ersteres, mit oder ohne Tomaten. +++ Gustatorischer Höhepunkt am Morgen, am Mittag oder am frühen oder späten Abend? Abends. +++ Dosen-Ravioli oder »Letztes Jahr in Marienbad« von Resnais/Robbe-Grillet? Letzteres. Lob der Liebe und der Leidenschaft, nicht der Vereinfachung. +++ »Die Nacht« von Michèle Bernstein oder »Reise durch die Nacht« von Friederike Mayröcker oder »Reise ans Ende der Nacht« von Céline? Ich finde, Friederike Mayröcker hat das interessanteste Problembewusstsein und auch den schönsten Krisenbegriff. +++ Gewitternacht mit einem gegen das Fenster prasselnden Regen oder der 4. Satz der 9. Sinfonie von Mahler? Beides. +++ Gemeinsames Sprechen oder gemeinsames Schweigen? Beides, wenn man sich viel zu sagen hat und sich gut versteht. +++ Harmonie oder Affirmationsdrang? Harmonie. +++ Leisesein oder Stillhalten? Leisesein. +++ Durchsichtigkeit oder Selbstwissen? Selbstwissen. +++ Können oder Wollen? Das Wollen besagt weit mehr als das Können, bezogen auf die Ausstattung eines einzelnen Ichs. Das Können kann man nicht immer selbständig durchsetzen. Es ist schön, wenn jemand einen eigenen Kopf hat, ohne einen albernen Voluntarismus. +++ Linearität, strikt oder nicht so strikt? Nicht so strikt. +++ Sonnentag mit azurblauem Himmel oder Regentag? Beides. Das eine hat etwas, das dem anderen fehlt. +++ Schwarz oder Grau? Schwarz und einige Arten von Grau. Als eine Art der Abwehrhaltung zum allzu Grellen. +++ Verrücktheiten oder Pathos und Pose? Verrücktheiten. +++ Aufdringlichkeit oder buddhistischer Gleichmut? Nichts davon. +++ Hass oder Nächstenliebe? Nichts davon. Wer die Liebe groß denkt, ist wählerisch. Hassen ist armselig. +++ Konformismus oder Schein-Nonkonformismus? Das über sich aufgeklärte und aufrichtige Spießertum ist das auffällig kleinere Ärgernis. +++ Großstadt-Labyrinth oder Kiez? Labyrinthe. +++ Der Mensch oder die Menschen? Man darf das menschliche Allgemeine nicht kleiner reden, als es ist, aber es darf nicht untergehen, dass die einzelnen Menschen beim täglichen Menschsein vor allem sich selbst vertreten. Die noch kürzere Antwort: Plural wegen der empirischen Pluralität. +++ Drei Stunden im defekten Fahrstuhl gefangen mit Inès de la Fressange, Baptiste Giabiconi oder Frédéric Beigbeder? Bestimmt sind alle drei in Fahrstühlen immer ganz nett, auf ihre je eigentümliche Weise. Inès de la Fressange macht aber interessantere Bücher als Baptiste Giabiconi, also: Inès de la Fressange. +++ Drinnen oder draußen: Wohnen in der Stadt oder Wohnen in der Wohnung? Beides. +++ Gemeinsames Wohnen in einer Wohnung oder unbedingt etwas anderes? Nicht unbedingt etwas anderes. Der gemeinsame Gebrauch einer Wohnung ist schön, wenn man sich sehr nahe ist und es nicht nur miteinander gut aushält. Es ist dann auch ein anderes Wohnen als das Wohnen in der Stadt, weil sehr viel ruhiger und bedächtiger und weniger störanfällig. +++ Kinder oder keine Kinder? Kinder sind wichtig. Die Fortsetzung der Verständigungsgemeinschaft erfordert nachwachsende Menschen. Begriffsbildungen, Urteile, Kritik, Gründe, ästhetische Einstellungen, geteilte Gedanken über einen Sternenhimmel oder ein Meeresrauschen oder über irgendetwas anderes in der Welt - das alles kann man von Meerschweinchen nicht erwarten. Eindeutig, Kinder können durch Meerschweinchen oder andere Haustiere nicht vollständig ersetzt werden. Und so lustig wie Meerschweinchen und einige andere Haustiere sind sie allemal. +++ Haustier oder kein Haustier? Ich habe keine Zeit für Haustiere. +++ Facebook oder kein Facebook? Ich habe keine Zeit für Facebook. +++ Zeit für Schnellheit oder Zeit für Langsamkeit? Die Lust an der Aufmerksamkeit braucht Langsamkeit.

Preferences

How do you spend your free time?

Arbeiten. Spielen. Einen Plan verfolgen. Etwas erreichen oder verfehlen. Etwas verwerfen. An etwas festhalten. Verantwortlich sein für dies und das. Da verschränkt sich vieles.

You never leave the house without...

Bei längeren Wegen, also bei solchen Wegen, deren Verläufe nicht vollkommen vorhersehbar sind, also bei fast allen Wegen habe ich immer bei mir: ein Internetzugang und ein kleines, dünnes, dunkelblaues Notizbuch. So kann ich frisch Gedachtes festhalten. Das Notizbuch hat am Ende ein Einschubfach; da kann man was hineinlegen, um es bei sich zu haben. Das gebrauche ich auch.

What kind of music do you listen to?

http://www.youtube.com/watch?v=tXeCLVsA5PQ
http://www.youtube.com/watch?v=t4rmGFdMkRI
http://www.youtube.com/watch?v=h6WgWCIkH9U
http://www.youtube.com/watch?v=CVKgvAdEYws
http://www.youtube.com/watch?v=FjjDmX9Tkss
http://www.youtube.com/watch?v=mBNGt329auQ
http://www.youtube.com/watch?v=-TIkl-6xemw
http://www.youtube.com/watch?v=mDJpbIYtwss
http://www.youtube.com/watch?v=UiRWuYBhtkc

Aber auch Straßenmusik, also Musik für die deutsche Autobahn und den Pariser Kreisverkehr. Um etwas gegen diesen Furor und gegen die urbane Härte zu unternehmen, um das Widrige irgendwie zu übertönen: http://www.paris-one.com

Aber auch komplexe Kaufhausmusik: http://www.youtube.com/watch?v=Q8A9TPsIagQ

Ich glaube nicht, dass die männliche Stimme ironisch gemeint ist. Ich traue es diesem Urheber jedenfalls nicht so recht zu. Aber soll man sich über alles aufregen?

Für die Blumenwiese: https://www.youtube.com/watch?v=aLkpHj7OlRw

Julia Holter macht etwas anderes, sehr schöne Sachen, auch was mit Marienbad:

https://www.youtube.com/watch?v=OERixQR-hxY
https://www.youtube.com/watch?v=EczyTD514KA
https://www.youtube.com/watch?v=QukVgY8I_nA

Jedenfalls ist Musik extrem wichtig.

https://www.youtube.com/watch?v=FHlCygXAxdM
https://www.youtube.com/watch?v=wXEE8lHH-xk

What's your favorite movie, series, book?

Lieblingsbuch, Lieblingsfilm, Lieblingstier, Lieblingsnudel, Lieblingsdeutscher: Solche Sachen sind immer schwer zu bestimmen. Wie also einen Anfang machen, wenn man alles Apodiktische vermeiden möchte? »Ja, so könnte es anfangen, hier, einfach so, auf eine etwas schwerfällige und langsame Weise, an diesem neutralen Ort, der allen und niemandem gehört, wo die Leute aneinander vorbeigehen, fast ohne sich zu sehen, wo das Leben im Haus gedämpft und gleichmäßig nachhallt. Von dem, was sich hinter den schweren Türen der Wohnungen abspielt, nimmt man meistens nur diese schallenden Echos wahr, diese Brocken, diese Fetzen, diese Skizzen, diese Köder, diese Zwischenfälle und Unfälle, die sich in dem abspielen, was man die ›Gemeinschaftsräume‹ nennt, diese leisen, gedämpften Geräusche, die der verschossene Teppich aus roter Wolle erstickt, diese Embryos des Gemeinschaftslebens, die immer auf den Treppenabsätzen haltmachen.«

So beginnt ein schöner Roman über das ganze Leben, der in den 99 Räumen eines Wohnhauses in Paris spielt:
»Das Leben Gebrauchsanweisung« von Georges Perec.

Und dann, immer wieder, inmitten dieses Gefüges aus Zufall und Gemachtheit: das begehrende Interesse aufgrund eines ganzen Menschen.

A: »Wer sind Sie?«

X: »Das wissen Sie.«

A: »Welchen Namen haben Sie?«

X: »Der Name? Der Name ist nicht wichtig.«

A: »Der Name ist nicht wichtig. Sie gleichen einem Schatten. Und Sie erwarten trotzdem, dass ich mich Ihnen nähere.«

L'année dernière à Marienbad, warum gefällt mir dieser Film so sehr? Weil er der Fantasie so viel zu tun gibt, und weil er etwas macht, was kein Mensch machen sollte: vorwiegend mit sich machen lassen.

Philosophy

What's your motto?

Wenn so etwas unbedingt sein muss, dann vielleicht: Par bonheur, il y a Paris. (Münster ist aber auch okay.)

How important are your friends and family to you?

Ich finde es schön, wenn man unterscheidet zwischen der Freundschaft und dem strategischen Bündnis.

How important are the opinions of other people to you?

Die Wichtigkeit steigt mit dem Grad der Verbundenheit. Das kann sogar dazu führen, dass ich fast alles wissen möchte, was da in einem anderen Kopf vorgeht. Mich interessiert dann das ganze Universum eines Innenlebens. Das muss in einem solchen Ausnahmefall selbstverständlich sein, trotz Gattungssolidarität.

Do you believe in fate or astrology?

Nüchtern gesagt: Psychologie und gesellschaftstheoretisches Nachdenken finde ich nützlicher als Fatalismus und Astrologie. Allerdings ist die These von der Schicksalhaftigkeit des menschlichen Daseins nicht völlig aus der Luft gegriffen. Geborensein und Sterbenmüssen, das sind die Startbedingungen, an denen man nicht vorbeikommt.

Dass es sich als Mensch unter Menschen leben lässt, ist so offenkundig wie unzureichend. Was sich also wünschen für all die ungefragt Geborenen? Seltener ungefragt zu bleiben? Nein, das wäre zu zaghaft gewünscht. Man muss es härter angehen: Alle Macht den Sensiblen!

Love

Love is...

der Superlativ von Leben. Und beschreiblich schön:

liegen, bei dir

ich liege bei dir. deine arme
halten mich. deine arme
halten mehr als ich bin.
deine arme halten, was ich bin
wenn ich bei dir liege und
deine arme mich halten.

(Ernst Jandl)


»Ich-liebe-dich ist nuancenlos. Es beseitigt die Erklärungen, die Planungen, die Stufungen, die Skrupel. Unerhörtes Paradoxon der Sprache: Ich-liebe-dich, explizit gesagt, das heißt so tun, als gebe es keinerlei Theater der Rede, und dieses Wort ist immer wahr (es hat keinen anderen Referenten als seine Aussprache: es ist ein Performativ).«

(Aus einem meiner Lieblingsbücher über die Liebe: »Fragmente einer Sprache der Liebe« von Roland Barthes)


Und wie geht's dann weiter? Liebe ist, solange sie nicht auserzählt ist.

How will you recognize your dream partner?

Vor allem an ihren Lieblings-Vorlieben und Lieblings-Abneigungen. Das Habituelle muss das Auratische befolgen.

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